TOP Ö 13: Antrag der Grünen-Fraktion;
Insektenfreundlicher Landkreis

Beschluss: beschlossen

Abstimmung: Ja: 51, Nein: 0

Beschluss:

 

1. Auf vom Landkreis bewirtschafteten Flächen, die dem Naturschutz gewidmet sind, wird bereits auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet und eine insektenfreundliche Bewirtschaftung und Pflege durchgeführt.

Vom Landkreis bewirtschaftete Flächen sind überlegt zu mähen. Böschungen und Freiflächen sollen zeitlich abgestimmt grundsätzlich nur einmal im Herbst des Jahres gemäht werden. Nur verkehrstechnisch wichtige Böschungsflächen können mehrfach gemäht werden. Das Mähgut ist nach Möglichkeit abzutransportieren.

Pestizide werden grundsätzlich nicht eingesetzt. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann ein Einsatz von chemischen Mitteln nach Rücksprache mit dem Kreisfachberater oder der unteren Naturschutzbehörde erfolgen, beispielsweise beim notwendigen Einsatz von Rodentiziden.

Vom Landkreis bewirtschaftete Ackerflächen sind nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus zu bewirtschaften. Grünland ist extensiv gemäß den Vorgaben im Kulturlandschaftsprogramms (Kulap), Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) oder nach landschaftspflegerischen Gesichtspunkten zu bewirtschaften.

Nach Möglichkeit werden auf vom Landkreis bewirtschafteten Flächen insektenfreundliche Stauden und Sträucher gepflanzt sowie artenreiche Blumenwiesen angelegt.

 

Beim Abschluss neuer oder bei der Verlängerung bestehender Pachtverträge von landkreiseigenen Flächen wird vom Pächter die Einhaltung der vorgenannten Punkte eingefordert.

 

2. Der Landkreis empfiehlt den Gemeinden, auf ihren Flächen ebenfalls auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten.

 

3. Ebenso wird darauf hingewirkt, dass auf privaten und kirchlichen Flächen, insbesondere in Hausgärten, Vorplätzen, Stellflächen, Friedhöfen, Sportanlagen etc. keine Pestizide zum Einsatz kommen.

 

4. Öffentliche Beleuchtungsquellen des Landkreises werden nach und nach mit insektenfreundlichen Leuchtmitteln nachgerüstet.

 

5. Die Kreisentwicklung wird beauftragt, ein Projekt „Blühender Landkreis Rottal-Inn“ ins Leben zu rufen. Dabei werden Bürger, Vereine und Praktiker beteiligt, um gemeinsam noch mehr natürlichen Lebensraum für Insekten zu schaffen. Beispielgebend können hier die Landkreise Passau und Traunstein sein.

 

6. Die Bayerische Staatsregierung, die Bundesregierung und die Europäische Union werden aufgefordert, soweit wie möglich, den Verzicht auf Pestizide zu fordern.